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  Datenbank Industriekultur
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  Laufnummer 252
Betrieb: Kummler & Matter AG
Standort: Aarau
Postadresse: Bleichemattstr. 32 (1924)
Gründungsdatum: 1892
Branche: Energie-, Wasserversorgung
Maschinen- und Fahrzeugbau
Bauhauptgewerbe (ohne Stahlbau)
Produktefamilie: Apparate div.
Leitungsbau
Maschinenbau
Besitzer / Firmierung:
  • 1892 Elektrizitätswerk Aarau Bäurlin & Kummler. Hermann Bäurlin und Hermann Kummler (1863-1949)
  • 1894 H. Kummler & Co. Hermann Kummler und Verwandte
  • 1903 Paul Edwin Matter wird Associé (KG).
  • 1909 Kummler & Matter AG
Bemerkungen:
  • Hermann Kummler hatte nach der Lehre zum Kaufmann bei der Aarg. Creditanstalt Anstellungen in Marseille und Brasilien (Cramer, Frey & Co.). Als er 1891 nach Aarau zurück kam, bot ihm Hermann Bäurlin die Partnerschaft an.
  • Bäurlin hatte sich zuerst im Hammer eine Werkstatt eingerichtet für Anlagen in Elektrotechnik, Licht, Kraft und Galvanoplastik, wo auch Bogenlampen nach patentiertem eigenem System hergestellt wurden. Er betrieb am Stadtbach ein unterschlächtiges Wasserrad. Die Werkstatt wurde bald zu klein und Bäurlin erwarb ein Fabrikgebäude in Aarau mitsamt Turbine, Transmission und Gasanschluss. Dort Fabrikation von Bogenlampen, Rheostaten, Montage von Sonnerien und Telefonen.
  • 1892 Elektrizitätswerk Bäurlin & Kummler. Konzession für erstes Licht- und Kraftnetz der Stadt Aarau (LN 253)
  • 1894 Trennung von Bäurlin: Eigene Firma H. Kummler & Co., Beteiligt sind Familienmitglieder.
  • 1896 Fabrikneubau in der Bleichematt Aarau.
  • Studienreisen zur Gewerbeausstellung in Berlin, dort Besuch bei Emil und Walter Rathenau (1883 AEG gegründet) und der elektrischen Landesausstellung in Nürnberg, dort Besuch bei Firma Schuckert (Bau der elektrischen Strassenbahn in St. Moritz 1895).
  • Beteiligung an EW Olten-Aarburg, Kraftwerk Ruppoldingen. Gesamtleitungsbau für dieses Werk.
  • 1897 Kraftwerkprojekte Schinznach und Gnadenthal.
  • 1899 Gründung der schweizerischen Automobil-Gesellschaft in Aarau. Zweck war Produktion, Übernahme von Vertretungen und der Betrieb der Motorkutscherei. Produktion nach System Hoffmann wurde wieder aufgegeben, da die Wagen nicht fuhren.
  • 1900 / 02 Erstes schweizerisches konzessionsreifes Trolleybus-Projekt Weggis-Brunnen.
  • 1903 Paul Edwin Matter wird Associé (KG).
  • 1905 erster Fahrleitungsbau-Auftrag Langenthal-Jura-Bahn
  • 1906 Fahrleitungsbau Simplontunnel und Bahnhöfe Brig und Iselle(Auftrag von BBC), erster Auslandsauftrag von BBC Borgomanero-Novara.
  • 1909 Firmenänderung in Kummler & Matter
  • 1909 Aktiengesellschaft: Kummler & Matter AG
  • 1910 Konzessionserteilung für ein Kraftwerk Rupperswil. Verkauf an BBC Baden gegen Auftrag zur Erstellung der ersten Gittermastenleitung der Schweiz Anwil-Réchésy (Elsass).
  • 1910 Zweiggeschäft in Stuttgart, Einstieg in den deutschen Leitungsbau
  • 1914 Kriegsausbruch. Umgründung in Stuttgart; Gesellschaft für elektrische Anlagen mbH (GEA), Mangel an Kupfer- und Eisendraht.
  • 1916 Beschlagnahme von fünf Eisenbahnwagen Kupfer (in Marseille und Le Havre) durch die Franzosen, die die Umgründung der Stuttgarter Filiale in Gesellschaft für elektrische Anlagen mbH (GEA) und temporäre Aufnahme von Rüstungsproduktion erzwingen.
  • 1916/20 Gründungs und Vorstandsmitglied der Mustermesse Basel
  • 1918/19 Notelektrifikation der SBB: erster SBB-Auftrag (Leuk-Sion)
  • 1918-22 Fahrleitungsbau für die RhB. Ab 1922 Grossaufträge von der SBB
  • 1926 Expansion für den Apparatebau ins Ausland. Rückzug Kummlers auf das VR-Präsidium und den Leitungsbau
  • 1929 Kaltstellung Kummlers, Rückzug aus dem Berufsleben
  • 1932 Zürcher Wirtschaftsgruppe kauft Mehrheit, Beteiligung der Therma AG, Verkauf des Apparatebaus an die Elcalor AG (LN 1069). Trolleybusbereich wird erweitert.
  • 1948 Elektrowatt auf Minderheitspaket.
  • 1949 wird Gesellschaftssitz von Aarau nach Zürich verlegt.
  • 1953 Elektrowatt wird Mehrheitsaktionärin, Übernahme der Firma Herzog & Sonderegger Buchs ZH.
  • 1997 Aufteilung der Elektrowatt, Kummler & Matter wird von Alpig übernommen. Heute Energieservice vor allem Leitungsbau.
Tochterunternehmen: Stuttgart. Kummler & Matter OHG; 1916 GEA; 1997 GAH Heidelberg, 2000 von Alpig übernommen.
Filialen Luzern, Zürich, St. Moritz, Nizza
Quellen: - Archiv Hermann Kummler Sauerländer (Dokumente und Objekte) im Stadtmuseum und Stadtarchiv Aarau.
- Kleiner, Beat. Schweizerische Automobil-Gesellschaft Aarau 1900 / 1901. Aarauer Neujahrsblätter 2004. Baden 2003.
- Kleiner, Beat. Gleislose Tramverbindung Weggis-Brunnen. Tram. Illustrierte Fachzeitschrift für den öffentlichen Personenverkehr in der Schweiz. Nr. 78 / 06.-08. 2004.
- Kleiner, Beat. 100 Jahre Simplontunnel 1906-2006. Das grosse Wagnis Elektrifikation. Schweizer Eisenbahnrevue. Nr. 5 / 2006.
- Kleiner, Beat. Hermann Kummler-Sauerländer 1863-1949. Ein Leben für den Leitungsbau und für die Bahnen. Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik. Bd. 71. Verein für Wirtschaftshistorische Studien. Zürich 3., erweiterte Auflage 2009.
- Kleiner, Beat. Erste Gittermastenleitung der Schweiz. Bulletin VSE / electrosuisse. 20 2007.
- Kleiner, Beat. Ein Schweizer Elektrizitätspionier in Deutschland. Ursprung der GAH Heidelberg. Hermann Kummler-Sauerländer. Sonderpublikation der Reihe Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik. Verein für Wirtschaftshistorische Studien. Zürich 2008.
- Rey, Adolf. Die Entwicklung der Industrie im Kanton Aargau. Aarau 1937.
- www.kuma.ch
- Ziegler Béatrice, Beat Kleiner. (HG). Als Kaufmann in Pernambuco 1888-1891. Ein Reisebericht mit Bildern aus Brasilien von Hermann Kummler. Zürich 2001.
- Aufbruch ins Elektrizitätszeitalter - Hermann Kummler und das Kraftwerk Ruppoldingen, Elektrizitätswerk Olten-Aarburg, Bulletin VSE/electrosuisse 20, 2008.
- Simplontunnel 1906 - Wagnis Elektrifikation - Hermann Kummlers Leitungsbau, Sonderpublikation Reihe Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik, Zürich 2010.
Mitteilungen von Usern: Diverse Korrekturen und Ergänzungen von Beat Kleiner. Zollikon 07.2010
Objekte: Foto: Schwachstromkabel-Verlegung für die Schweizerische Telefonverwaltung 1921/22 zwischen Chur und Landquart.
Foto: Schwachstromkabel-Verlegung für die Schweizerische Telefonverwaltung 1921/22 zwischen Chur und Landquart, hier auf einer Brücke über den Rhein.
Dörrapparat
Heizofen, Typ; "Phoebus" Breite ca. 32/40 cm, Höhe ca. 38 cm
 
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