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  Laufnummer 415
Betrieb: A. Müller & Cie. Maschinenfabrik
Standort: Brugg
Postadresse: Schorrer Fröhlichstrasse/ Seidenstrasse
Gründungsdatum: 1893
Branche: Metallbearbeitung und -verarbeitung
Maschinen- und Fahrzeugbau
Produktefamilie: Maschinenbau
Beschäftigte: 1901: 58
1911: 62
1923: 286
1929: 338
1936: 165
1943: 305
1950: 251
1956; 423
1962: 650, 220 Angestellte und 565 Arbeiter
Besitzer / Firmierung:
  • 1893 Johannes Weber (1836-1918). Gründer. Einzelfirma.
  • 1894 Weber & Müller. Johannes Weber und Jakob Müller (1868-1943). Kollektivgesellschaft.
  • 1900 A. Müller & Cie. Kommanditgesellschaft: Müller als unbeschränkt haftender Gesellschafter, Robert Oehler als Kommanditär mit Prokura.
  • 1926 A. Müller & Cie. Maschinenfabrik und Eisengiesserei AG.
  • 1960/61 Georg Fischer AG Brugg
  • 1979 Georg Fischer Brugg-Oehler AG, Sitz in Brugg.
  • 1988 M+S Brugg (Maschinen und Systeme). Essin Holding AG.
Bemerkungen:
  • 1868 gründet Johannes Weber die erste schweizerische Fabrik für Holzbearbeitungsmaschinen in Wülflingen, verlegt sie später nach Wald ZH.
  • 1893 kauft Johannes Weber von der Gemeinde Brugg Land im Schorrer, baut eine Fabrik und verlegt seine Firma von Wald hierher.
  • 1894 ca. Januar Aufnahme des Betriebs, im Frühjahr Bau einer Schmiede.
  • 1894 Umwandlung der Einzelfirma in eine Kollektivgesellschaft: Weber & Müller.
  • 1895 Gründung einer Kommanditgesellschaft zusammen mit Gottfried Schoch (Nagelfabrikant, Wülflingen), Johann Gruban (aus Schweinitz) und Alfred Müller um in Verbindung mit dem Brugger Werk Sägerei- und Holzbearbeitungsmaschinen herzustellen.
  • 1896 Liquidation dieser Gesellschaft.
  • 1900 Auflösung der Kollektivgesellschaft Weber & Müller. Gründung der Kommanditgesellschaft A. Müller & Cie.: Müller als unbeschränkt haftender Gesellschafter, Robert Oehler als Kommanditär mit Prokura.
  • Laufende Erweiterungen der Gebäude.
  • 1905 Erlass einer Fabrikordnung, der die Regierung die Genehmigung zunächst nicht erteilte, da die Arbeiter sich nicht dazu äussern konnten.
  • 1906 Einrichtung einer Krankenkasse. Statuten in einem 12-seitigen Buch.
  • 1906 Bau einer Giesserei.
  • 1906 werden Arbeiter aus Russland angestellt. Die Firma hat Schwierigkeiten Arbeitskräfte zu rekrutieren.
  • 1906 Bau von Arbeiterhäusern an der Seidenstrasse, abgebrochen 1973.
  • 1911 Auszeichnung mit dem grossen Preis an der internationalen Ausstellung in Turin.
  • 1914 laufend Vergrösserungen der Fabrikgebäude, gute Geschäftslage während dem 1. WK.
  • um 1920 Einstellung von österreichischen und deutschen Arbeitern, auch Nachtarbeit wird nötig.
  • seit 1918 schwere Konflikte, im Juni 1920 zehntägiger Streik, ab November wieder Streik bis März 1921. Es kommt zu Sachbeschädigungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Arbeitswilligen. Am 24.11. beschliesst der Gemeinderat ein Vermittlungsangebot zu machen und ersucht die Kantonspolizei um Hilfe. Im Januar wenden sich Lehrlinge direkt an Bundespräsident Edmund Schulthess, da sie am Betreten der Werkstätten gehindert wurden. Am 3. März tritt im Stadthaus Brugg eine Konferenz zusammen: Bezirksamtmann Jakob Riniker, Stadtammann Albert Süss, Vertreter des Aarg. Arbeitgeberverbandes Adolf Jenny, der Aarauer Industrielle Hermann Kummler, Dr. Rohr vom Verband der schweizerischen Maschinenindustrieller, Fürsprech Dr. Hermann Meyer, Hiltbrand und Zimmermann als Vertreter der Streikleitung, Arbeitssekretär Hermann Müri, Alfred Müller und sein Sekretär Beyli.
  • Ergebnis der Verhandlungen: Am 9. März sollte die Arbeit mit den Lehrlingen von 60 Mitarbeitern wieder aufgenommen werden. Es kam nicht dazu. Am 8. März verlangte die Arbeiterversammlung die Einstellung von 100 Arbeitern, die Firma präsentierte eine Liste von 66. Es folgen weitere Arbeiterversammlungen. Am 12 März wird beschlossen die Arbeit am 14. wieder aufzunehmen mit 75 Mann und den Lehrlingen. Ausschlaggebend war sicher auch die Ebbe in der Verbandkasse: Der Streik kostete runde 230000.-
  • Ab 1930 gute Geschäftslage, zu wenig CH-Arbeiter, es werden Deutsche und Italiener angestellt.
  • 1924 wird Einführung der 52-Stunden-Woche erlaubt, diese Bewilligung wird mehrmals erneuert bis 1929. Immer wieder muss eine Bewilligung für Überstunden und Nachtarbeit eingeholt werden. Der Nachtbetrieb brachte auch Beschwerden aus der Nachbarschaft.
  • 1926 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft: A. Müller & Cie. Maschinenfabrik und Eisengiesserei AG.
  • Inserat im Handels- und Gewerbe-Adressbuch 1927: Holzbearbeitungsmaschinen, Sägereimaschinen.
  • 1931 Wirtschaftskrise mit Abbau der Arbeitsplätze, die Firma schreibt Verluste.
  • 1933 Kauf der Werkstätten der 1932 aufgelösten der Maschinenfabrik Brugg AG (LN 208)
  • 1934 Die Geschäftslage bessert sich, es wird eine neue Gussschleudermaschine in Betrieb genommen.
  • 1935 Neu Betriebszweige kommen hinzu: Abteilung Pumpenbau von K. Rütschi
  • 1936 Metzgerei- und Flechtmaschinen.
  • 1939 Inbetriebnahme einer Farbenspritzanlage.
  • 1939 Landabtausch mit der SBB. Betriebserweiterung.
  • 1940 Errichtung eines neuen Speditionsgebäudes.
  • 1940Ansteigen der Fabrikation, Einführung eines befristeten Zwei-Schichtenbetriebes und Überzeitbewilligungen 1941.
  • 1941 wird die Firma Müller AG, die sich im Besitzt der Hypothekenbank Brugg befand von der Georg Fischer AG in Schaffhausen übernommen. In der Folge Landkäufe und Ausbau und Ergänzung der Liegenschaften. Konzentration auf die Holzbearbeitungsmaschinen (Spezialisierung auf Maschinen für die Herstellung von Fenstern und Türen, Parkett-, Sperrholz-, und Spanplatten), die anderen Betriebe werden verkauft.
  • 1942 Flechtmaschinenbau geht an Hasler & Co. in Villmergen
  • 1945 Metzgereimaschinenbau geht an Hoegger & Co. AG in Gossau.
  • 1946Pumpenbau geht an K. Rütschi und Josef Benz: Entstehung der Firma K. Rütschi, Pumpenbau, Brugg.
  • 1946 Stiftung für Sozialzwecke der Firma Müller AG.
  • 1947 Bewilligung eines Kontigentes von 20 italienischen Arbeitern, Bau einer grossen Wohnbaracke an der Seidenstrasse.
  • 1947 Einrichtung der alkoholfreien Volksküche für die Verpflegung der Arbeiter. Im Sommer wurde auch Bier und Most ausgeschenkt.
  • 1952 wird die Produktion der Holzbearbeitungsmaschinen im Schaffhauser Werk eingestellt und nach Brugg verlegt. Aufschwung in Brugg.
  • 1956 Neu wird die Furnier-Fugenverleim-Maschine produziert und in alle Welt exportiert.
  • 1960/61 Errichtung eines grosszügigen Fabrikanlage im Wildischachen an der Grenze zu Schinznach Bad.
  • Änderung des Firmennamens in Georg Fischer AG Brugg
  • 1962 Verlegung der Abteilung Textilapparate von Schaffhausen nach Brugg.
  • Bau einer grossen Wohnsiedlung mit 160Wohnungen im Bodenacker.
  • 1969 Stilllegung der Giesserei, dieser Betrieb wird von Schaffhausen übernommen.
  • In der Folge Abbruch der alten Fabrikgebäude, an dieser Stellung Wohnüberbauung Bilander mit Mitteln aus der Angestellten-Pensionskasse und die Betriebspensionskasse der GF Schaffhausen.
  • 1969 Zusammenschluss der GF mit der Maschinenfabrik Rüti AG. In Brugg sollten Webmaschinen produziert werden und die Holzbearbeitungsmaschinen in Aarau, bei der zuvor im GF-Konzern integrierten Firma Oehler & Cie. AG. Die Produktion der Webmaschinen wurde immer mehr auf Rüti konzentriert, Brugg diente nur noch als Zulieferfirma.
  • 1971 wird die Giesserei geschlossen.
  • 1974 starke Rezession mit grossem Personalabbau auf die Hälfte des Bestandes.
  • 1979 Zusammenschluss zur Georg Fischer Brugg-Oehler AG mit Sitz in Brugg.
  • 1980er-Jahre: Entwicklung eines neuen Programms: Richtmaschinen für Blechteile und -bänder. Intensivierung des Vertragsmaschinenbaus. Maschinen und Aggregate werden für Partner, allen voran die Kern AG in Konolfingen, hergestellt.
  • 1988 Verkauf der gesamten Fabrik an die Essin Holding AG, das Werk heisst nun: M+S Brugg (Maschinen und Systeme). Zweck der Firma: Herstellung von Holzbearbeitungs- und Richtmaschinen.
Tochterunternehmen: Niederlassung in Paris wahrscheinlich 1920er-Jahre
Quellen: - Nordwestschweizerisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch, 1927.
- Banholzer, Max, Die Maschinenfabrik und Eisengiesserei A. Müller AG. In: Brugger Neujahrsblätter. Brugg 1997.
- Aarg. Ragionenbuch 1955.
- Ammann, Hektor; Senti, Anton. Die Bezirke Brugg, Rheinfelden, Laufenburg und Zurzach. Zürich 1948.
Statist. Erhebungen: 1927
1955
Objekte: Werbekarte um 1915
Briefkopf der Firma, A. Müller & Co. von 1912
Bandsäge, Type: BEMN, Masch.-Nr. 5601
 
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