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  Laufnummer 225
Betrieb: Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen
Standort: Rheinfelden
Gründungsdatum: 1909
Branche: Bergbau
Produktefamilie: Salz
Beschäftigte: 2015: 210 Mitarbeitende, entsprechen rund 190 Vollzeitstellen
Besitzer / Firmierung:
  • 1909 Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen Aktiengesellschaft
  • 2014 Schweizer Salinen AG
Bemerkungen:
  • 1870 Kym & Co. + Saline Rheinfelden (Vorgängerfirma)
  • 1874 Gründung der Firma "Schweizerische Rhein-Salinen" durch Verschmelzung der früheren Salinengesellschaften "Rheinfelden", "Kym & Cie." in Ryburg und "Neue Saline Kaiseraugst" als Aktiengesellschaft mit Sitz in Rheinfelden. Sie bezweckt die Ausbeutung der Salzlager im Bezirk Rheinfelden nach Mitgabe und Dauer der hiefür vom Kanton Aargau verliehenen Konzession, d. h. bis 1. Januar 1907. Die ursprünglichen Gesellschaftsstatuten vom Februar 1874 wurden am 7. Dezember 1878 von der Generalversammlung revidiert. Das Gesellschaftskapital beträgt zweieinhalb Millionen Franken, eingeteilt in 2500 Aktien zu je tausend Franken.- Die Aktien lauten auf den Inhaber.
  • 1909 Gründung der Gesellschaft "Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen" mit einem Aktienkapital von 2.5 Mio Franken. Es beteiligen sich alle Kantone mit Ausnahme der Waadt, die ein eigenes Salzwerk in Bex besitzt. Die Kantone verpflichten sich, Bedarf an Speise-, Vieh- und Gewerbesalz,sowie Sole ausschliesslich bei der Gesellschaft, und zwar zu den von dem Verwaltungsrat festgelegten Preisen, zu beziehen. Die AG bekommt 1912 auch die Konzession für eine Sodafabrik.
  • 1918 Ende des 1. Weltkrieges. Generalstreik im November. Einführung der 53-Stunden-Woche in der Schweiz. Im Juni streikt die Arbeiterschaft der Salinen wegen unerfüllter Lohnforderungen. Anstelle des Zweischichtbetriebes wird der Dreischichtbetrieb eingeführt.
  • 1919 Einführung der 48-Stunden-Woche in der Saline Riburg.
  • 1920 Gründung der VSR-Pensionsstiftung für die Arbeiterschaft.
  • 1922 Einführung der Salzjodierung in Schweizerhalle. Erstmalige Anschaffung eines Lastwagens.
  • 1925 Einführung der Salzjodierung in Riburg. Bau einer Soleleitung zu den Badehotels in Rheinfelden.
  • 1935 In beiden Salinen wird für die Arbeiterschaft eine Teezubereitungsanlage installiert.
  • 1938 Das rieselfähige Tafelsalz GRESIL® wird auf den Markt gebracht.
  • 1941 Kohlemangel. In der Saline Schweizerhalle Bau und Einsatz eines grossen Elektrodampfkessels. In der Saline Riburg wird die erste, kohlebeheizte, energiesparende Verdampferanlage mit Thermokompression gebaut.
  • 1942 In Riburg wird die Zeitkartenkontrolle für die Arbeiter eingeführt. Die Saline Rheinfelden wird nicht elektrifiziert, sondern zu Gunsten der Saline Riburg stillgelegt. Das Areal wird noch als Internierungslager, Militärunterkunft und Durchgangslager für Kriegsheimkehrer bis 1952 genutzt.
  • 1955 Die Saline Schweizerhalle liefert erstmals jodiertes und fluoridiertes Salz an den Kanton Zürich. Erstmals Einsatz des Rotary- Bohrverfahrens auf den Bohrfeldern der Saline Riburg.
  • 1958 Einführung der 44-Stunden-Woche mit freiem Samstag. Ersatz der Dampflokomotive in Riburg durch eine Diesellokomotive.
  • 1970 In Schweizerhalle wird eine Lecksteinpresse in Betrieb genommen. In der Saline Riburg beginnt die Erneuerung der gesamten Anlage (bis 1973). Das Areal der Saline Rheinfelden wird verkauft. Heute steht dort eine Wohnsiedlung.
  • 1975 Am 1. Oktober tritt das Konkordat der Kantone über den Salzhandel (ohne Waadt) in Kraft. 1979 tritt der neu gegründete Kanton Jura bei, 1990 das Fürstentum Liechtenstein.
  • 1982 Bau des neuen Verwaltungsgebäudes in Schweizerhalle, direkt neben der ehemaligen Direktorenvilla.
  • 1986 Brandkatastrophe bei der Firma SANDOZ am 1. November in Schweizerhalle. Am 6. Dezember bricht eine Solungskaverne der VSR östlich von Rheinfelden ein. Die Kantonsstrasse bleibt vorübergehend unterbrochen.
  • 1991-93 Die Saline Riburg muss wegen ungenügender Auslastung periodisch stillgelegt werden. Ein Abstellszenario wird vorbereitet.
  • 1995 Die VSR zahlen der Stadt Rheinfelden 8 Mio. Franken als Entschädigung für die Grundwasserversalzung als mögliche Folge des Kaverneneinbruchs von 1986. SOLVAY (Schweiz ) AG in Zurzach stellt die eigene Salzförderung ein. Dank einer Regelung des Kantons Aargau kann nun die Saline Riburg das Salz für die Elektrolyse liefern.
  • 1996 Das Erscheinungsbild (Corporate Design) der VSR wird erneuert, die Areale werden neu ausgeschildert und beschriftet. Die 1-kg-JURA-SEL®-Packung wird erstmals für eine Werbekampagne, «Original seit 200 Mio. Jahren», speziell bedruckt.
  • 1997 In der neu renovierten Villa Glenck wird das Museum DIE SALZKAMMER eröffnet. Das Informatiksystem SAP R/3 geht in Betrieb.
  • 1999 Das Rekordjahr. Im Februar Jahrhundertschnee. Am Stephanstag Jahrhundertsturm «Lothar». Beide Salinen produzieren zusammen die Rekordmenge von 505 000 Tonnen Salz. Das Qualitätsmanagementsystem der VSR wird nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert. Der letzte Backsteinhochkamin (55 m) erhält einen neuen, rostfreien Kragen.
  • 2000 Die Saline Riburg erhält eine neue Diesellokomotive.
  • 2002 Beginn der Gesamterneuerung von Finalproduktion, Spedition und Lagerung in der Saline Schweizerhalle.
  • 2004 Stilllegung der grössten inländischen Elektrolyse der Solvay (Schweiz) AG in Zurzach. Die Saline Riburg verliert damit den jährlichen Produktionsauftrag für rund 70'000 Tonnen Salz.
  • Baubeginn der Grosslagerhalle für Auftausalz in Riburg. Der Saldome® ist ein spektakulärer Holzkuppelbau zur Lagerung von 80'000 Salz.
  • Im Sommer geht in Schweizerhalle das Hochregallager in Betrieb und für das Produktionsgebäude ist Baubeginn.
  • 2005 Stilllegung der Elektrolyse von Syngenta in Monthey und damit Auftragsverlust von ca. 15'000 Tonnen Salz pro Jahr.
  • 2012 wird mit Saldome2© ein Salzspeicher mit der Kapazität von 100000 Tonnen Salz eingeweiht. Es ist der bis dahin europaweit grösste Kuppelbau aus Holz.
  • 2014 Zusammenschluss der Aktiengesellschaft Saline de Bex SA mit der Schweizer Rheinsalinen AG zum Unternehmen Schweizer Salinen AG. Die Saline de Bex SA ist im Folgenden eine Tochtergesellschaft, die aber eigenständig geleitet wird (Aktienmehrheit bei Schweizer Salinen AG).
  • In diesem Jahr tritt auch die Waadt dem Konkordat von 1973 bei (in Kraft seit 1975)
Tochterunternehmen: 2014 Saline de Bex SA
Quellen: - Finanzbericht 2014. Schweizer Rheinsalinen [Hg.]. O.O. [2015].
- Rey, Adolf. Die Entwicklung der Industrie im Kanton Aargau. Aarau, 1937, S. 152-163.
- Schweiz. Handels-Adressbuch, 1870
- Schweizerisches Handelsamtsblatt, Bd. 1 (1883), 27 (1909).
SHAB, 2014.
- Unser Salz. Vereinigte schweizerische Rheinsalinen [Hg.]. Rheinfelden, 2. Aufl., 1956 (1955).
- www.salz.ch
- www.lexfind.ch Interkantonale Vereinbarung über den Salzverkauf in der Schweiz. (01.10.1975).
Objekte: Jutesack für Salz mit Aufschrift «Gewerbesalz Rheinsalinen»
Aktie der Vorgänger-Firma "Schweizerischen Rheinsalinen" von 1874
 
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